Meinung: Die Säulen der Erde


Man könnte »Die Säulen der Erde« als Vorgänger von »Cuba« bezeichnen, da es ein ähnlich komplexes Spiel vom gleichen Autorenteam ist. Auch grafisch ist eine gewisse Ähnlichkeit gegeben, da beide Spiele von Michael Menzel illustriert wurden.

Spielerisch sind diese beiden Spiele jedoch stark unterschiedlich. Während man bei »Cuba« in jeder Runde eher langfristig alle Züge als Ganzes durchplant, ist hier das kurzfristige Reagieren auf die Aktionen der Mitspieler viel wichtiger. Außerdem enthält »Die Säulen der Erde« einen deutlich höheren Zufallsanteil durch die Baustoff-, Vorteils- und Handwerkerkarten, die jede Runde neu gemischt werden. Dadurch wird es sehr wichtig, Startspieler zu sein, um die erste Wahl zu haben.

Die Regeln erscheinen im ersten Anlauf recht komplex, aber nach dem ersten Spiel läuft alles flüssig. Die Spieldauerangabe ist mit 90–120 Minuten großzügig bemessen. Ohne Grübler kann ein Spiel durchaus auch schon nach 60 Minuten beendet sein.

Insgesamt erscheint mir dieses Spiel etwas leichter und lockerer als »Cuba«, hat aber trotzdem sehr viele Möglichkeiten und dadurch seinen Reiz. Ohne die Erweiterung und die 6 neuen Handwerker aus der »Spielbox« ist es langfristig etwas eintönig. Die angenehm kurze Aufbauzeit lässt das Spiel allerdings attraktiv für das mittellange Spiel zwischendurch erscheinen.

Endlich mal ein gelungenes Literaturspiel für ambitionierte Spieler, das zu Recht den deutschen Spielepreis 2007 gewonnen hat!

2–4 Spieler, Spieldauer 90–120 Minuten.

Fazit: Sehr reizvolles Strategiespiel mit recht hohem Glücksanteil.

Stefan Malz, 29. Dezember 2009 (#64)
 

Autoren:
Michael Rieneck &
Stefan Stadler

Illustration:
Michael Menzel

Verlag:
Kosmos

Erscheinungsjahr:
2006